Vita Ludwika Herting

 

Ludwika Herting wurde  in Jekatarinenburg geboren, sie wuchs auf in Berlin, wo sie auch studierte; heute lebt und arbeitet sie sowohl in Starnberg als auch in Berlin.

Malen wollte sie immer, der Berufswunsch stand schon fest, als sie noch das Gymnasium besuchte und ein Kunststudium anvisierte.  Talent stand ausreichend zur Verfügung, das wurde ihr als Schülerin bereits von allen Seiten attestiert. Im Wege stand – der Vater. Malerin galt nicht als angesehener Beruf zu der Zeit, in der Ludwika Herting  Abitur machte, es sollte etwas Solides sein. Und so kam es, dass sie im Rahmen eines Schüleraustausches nach Detroit in die USA geschickt wurde, in der Hoffnung, dass ihr diese Flausen dort vergehen würden. Das schien zu funktionieren. Zurück in Deutschland, studierte sie nach dem Abitur Zahnmedizin, promovierte und lernte ihren Mann, ebenfalls Zahnarzt, kennen. Beide praktizierten ihren Beruf erfolgreich in Berlin.

Dann wurde Ludwika Herting schwanger. Und in dieser Zeit brach sich  die Leidenschaft fürs Malen wieder eine Bahn. Es begann mit ersten Studien, learning by doing hieß ihre Methode, um dann eine fachkundige Ausbildung zur Malerin in workshops und Seminaren  zu erlangen. Selbstzweifel in Bezug auf die eigenen künstlerischen Fähigkeiten lösten sich auf, als sie nach der Geburt ihres Sohnes 1975 gleich das erste, von Claude Monets "Seerosen"  inspirierte Bild verkaufte. Sie vernachlässigte die gemeinsame Zahnarztpraxis und wollte nur noch malen. Das tat sie zunächst auf engstem Raum, aber mit dem wachsenden Erfolg wurde auch der Bedarf an Platz größer, und so wurde die Garage in Starnberg komplett zum Atelier  umgebaut, das gleiche Schicksal erfuhr ein großer Raum ihrer Berliner Wohnung.

 

Ludwika Herting erfand die Figuren ihrer "lost"-Serie, Umrisse von Menschen, mal einsam auf großer Leinwand, mal als Einzelfiguren auf kleinen rechteckigen Leinwänden, die in unterschiedlichen  Farbkombinationen auf Holz montiert werden. Diese Idee erwies sich als äußerst erfolgreich und verhalf ihr zu einem Namen in der Kunstszene.

 

 

Ludwika Herting  malt aus dem Bauch heraus, ihre Motive entwickeln sich ganz nach Stimmungslage, und dabei entstehen oft ganze Serien - , großformatig, abstrakt und gegenständlich und häufig unter Verwendung verschiedener Materialien auf einem Bild.

 



Bei ihrer "Geisha"-Serie klebte sie nach vorheriger Grundierung der Leinwand Stoffe und Zeitungen auf die Leinwand, knickte die Ränder und benutzte Farben und Pinsel, als würde es sich um eine glatte Oberfläche handeln. Durch diese Arbeitsweise entsteht eine dreidimensionale Wirkung, der Betrachter kann das Bild fast fühlen.

 

 

Aber auch ihre Schriftzüge - große, aufgeklebte Buchstaben mit Namen von Städten, Personen etc., wobei der letzte stets zu fallen scheint - finden großen Anklang und wurden vielfach in Auftrag gegeben.



 

 Die Serie „Frauen“ umfasst eine „catwalk“ Serie, in der die models „gesichtslos“ sind und  hinter diffusen Farbauftragungen verschwinden.